Buch Hintergrund

Ein bekotztes Feinrippunterhemd ist der Dresscode
zu meinem Lebensgefühl: Koketterie eines Gescheiterten



Rezension im Journal der Jugendkulturen No. 16 (Frühjahr 2011):

»Alex Gräbeldinger, von einem Freund liebevoll mit den Worten „Punk, Opfer, Philosoph, Wahnsinniger, Vollidiot“ beschrieben, legt hier eine Sammlung seiner regelmäßig im Ox-Fanzine erscheinenden Kolumne vor, bei der der Titel, wie man so schön sagt, Programm ist. Auch wer die eine oder andere seiner zum größten Teil autobiografisch geprägten, tagebuchartigen, dabei aber immer wahnsinnig lustigen Veröffentlichungen kennt, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Illustrationen von Arne Kulf, seines Zeichens Haus- und Hofzeichner der Band Muff Potter, versüßen und verdeutlichen dem Leser die peinlichsten Erlebnisse des Anti-Helden zusätzlich. Der Autor – Punk, Berufsjugendlicher und Schlagzeuger der Band Karate Disco – beschreibt seinen Kampf gegen den Alltag, den er stets zu verlieren scheint. Ob nun der verzweifelte Versuch, mit 3 Promille Restalkohol noch rechtzeitig zum Geburtstag der Oma zu kommen oder bei einer Teenie-Band-Schlagzeugerin zu landen, Alex Gräbeldinger lässt kein Fettnäpfchen aus. Es geht um Sex, Drugs und Punkrock, um das Erleben und Überleben schlechter Partys und noch schlechterer Beziehungen. Das alles wird erzählt mit einer sehr unterhaltsamen, da schonungslosen Offenheit, die den Autor als Vollzeit-Loser outet, welcher sein Leben scheinbar nur mit viel Alkohol und ein paar Wochen Auszeit in der geschlossenen Psychiatrie meistert. Die Gefühle beim Lesen schwanken zwischen Fremdschämen und Schadenfreude, zwischen Mitleid und großer Sympathie, grundsätzlich begleitet von einem Lächeln, denn irgendwie lässt einen das Gefühl nicht los, dass man das auch selber sein könnte, der da auf der Couch eines fremden Irakers aufwacht … In einem Moment möchte man ihm aufhelfen, wenn er regungslos und stockvoll zwischen den Familienhunden in der elterlichen Küche pennt, im nächsten angewidert zurechtweisen, wenn er ins Badewasser pinkelt, in dem er wohlgemerkt nicht alleine sitzt. Trotzdem überwiegt alles in allem die Lust, mit ihm ein Bier zu trinken, gerne auch zwei oder drei. Dass hier die zweite Auflage des im Kopfnuss Verlag erschienenen Taschenbuchs vorliegt, zeigt, dass doch einige Anhänger des guten Geschmacks dem Leitsatz folgen: „Saufen ja, aber mit Buch!“. Und wenn, dann bitte schön mit diesem Buch.« – Lydia Busch (Journal der Jugendkulturen)



Weitere Stimmen zum Buch:

»Während der Lektüre eures aktuellen Machwerks bin ich soeben zwei Mal binnen 10 Minuten in völlig falsche U-Bahnen gestiegen, um völlig übertriebene Umwege in Kauf zu nehmen. Herzlichen Glückwunsch!« – SMS an den Kopfnuss Verlag von einer Leserin aus Österreich

»(...) Das wodurch sich Alex' Texte besonders auszeichnen, ist neben dem unterhaltenden, lebendigen und witzigen Schreibstil des Autors besonders deren autobiografischer Wert. Dieser zeichnet sich nicht durch eine ausschließlich die Stärken hervorhebende Selektion an Geschichten aus, sondern eben durch die Darstellung des allzu menschlichen, unperfekten, sensiblen Anti-Helden. Es bringt sehr viel Vergnügen, Alex insbesondere bei den sein Leben schreibenden Storys begleiten zu dürfen, in denen er als liebenswerter Schlunz stilhaft in sämtliche Fettnäpfchen tritt, aber trotz mehrerer Blessuren insgeheim meist doch wenigstens auf menschlicher Ebene triumphieren darf. (...)« – Christoph Parkinson (Ox-Fanzine)

»(...) Die Kolumnen selbst, über weite Strecken aus bewährtem Themenfundus à la Ich-erwachte-um-6-Uhr-abends-nach-436-Bieren-ohne-Hose-dafür-mit-neuer-Tätowierung-auf-einem-fremden-Kontinent schöpfend, ohne dabei jemals abgedroschen zu wirken, erfreuen durch eine Mischung aus Selbstironie, gepflegter Lakonie, angenehm unaufgeregtem Humor und wohltemperierter Sprache (...) Eine gelungene Kombination aus Stil, Inhalt und Verpackung, die gewissermaßen aus dem Nichts kommt. Ein Treffer. (...)« – Johannes Witek (Die Brücke)

»(...) Auch sein Mut selbst peinliche Erlebnisse detailgetreu und frei von der gequälten Leber weg zu erzählen verschaffen viele Sympathiepunkte. (...)« – Dirk (Plastic Bomb)

»(...) Hinzu kommt als liebenswerte Randerscheinung, dass man sich nach dem Lesen von Alex nicht selten schrägen Lebens nicht mehr als alleiniger „Vollidiot“ fühlen muss. (...) Alex schafft es auf eine charmante Art und Weise seine nicht selten schrägen Storys selbst für einen „Jedermann“ in rosa Bonbonpapier zu verpacken. (...)« – Durchde (Durchdes Welt)

»(...) Hat wirklich was von Inspektor Clouseau ... ein bisschen Idiot und ein bisschen Held (...) Es liest sich wie ne Tüte Chips. Man hört nicht auf bis es vorbei ist. 10 Punkte. (...)« – Michael Giefer (Bazooka Zirkus)

»(...) außerdem machen die Geschichten Durst auf Bier. (...)« – Arndt Aldenhoven (Ox-Fanzine)

»"Das Leben ist unkompliziert, wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet. Und noch unkomplizierter, wenn man es besoffen betrachtet." (...) Danke für dieses Buch. (...)« – Buchtipp in Uhudla (Österreich)

»(...) anders als bei den Altmeistern, die hier und da schon ein klein wenig im Punkrock- Elfenbeinturm logieren, wird hier noch an der "Basis" gearbeitet, will heißen, der Protagonist ist sich für nix zu schade und denkt nicht einmal im Traum daran, trostlose, erbärmliche oder einfach nur peinliche Situationen auszuklammern oder auch nur ansatzweise schönzuschreiben. Was dazu führt, dass man sich hin und wieder dabei ertappt, einiges davon besser nachvollziehen zu können, als einem lieb ist. (...)« – Snitch (Punkrock!)

»(...) Selten bleibt der sympathische Protagonist als Sieger zurück, Verlierer ist er aber auch keiner. Mit dem lockeren und schnörkellosen Schreibstil schafft es Gräbeldinger spielend, eine verbrüdernde Brücke zum Leser zu schlagen. (...) Ein Autor, der Geschichten zu Papier bringt, wie sie eigentlich nur das Leben selbst schreiben kann. (...)« – Andreas Himmetzberger (Slam Magazine)

»(...) Das Leben schreibt vielleicht nicht immer gerechte, aber dafür schreibt es spannende und manchmal auch unglaubliche Geschichten und wenn man diese mit dem Mut fürs Detail ausführt und mit genügend Emotionen authentisch zu Papier bringt, dann bekommt man ein Ergebnis, wie das hier Vorliegende. (...)« – Steff (Ugly Punk)



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